Nach Schätzungen des Fatigatio e.V. (Förderverein für CFS/CFIDS/ME-Erkrankte) leiden in Deutschland ca. 300.000 Menschen aller Altersgruppen an dem Chronischen Müdigkeitssyndrom oder Chronic Fatigue Syndrom. Andere Schätzungen gehen von bis zu 1,5 Millionen Betroffenen aus. Die Schwankungen beruhen auf unterschiedlichen Auslegungen des Krankheitsbildes. Beim Chronischen Müdigkeitssyndrom und dem Burnout Syndrom handelt es sich um ein komplexes Krankheitsgeschehen, welches durch ein Ungleichgewicht sehr verschiedener Funktionssysteme charakterisiert ist. Aufgrund der Komplexität werden diese Beschwerden häufig spät erkannt und nur einer unzureichenden Therapie zugeführt. Eine Fünf-Minuten-Medizin berücksichtigt häufig nur oberflächliche Symptome und klärt die zugrunde liegenden Funktionsstörungen in der Regel nicht ab.
Hauptsymptom: · Schwere Abgeschlagenheit mit Reduktion der üblichen Aktivität um 50% über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten Weitere Zeichen: · Erhebliche, vormals nicht erlebte Erschöpfung nach einer Anstrengung · Muskelschwäche · Muskelschmerzen · Kopfschmerzen · Gelenkschmerzen · Rachenentzündung · Fieber und/oder Frösteln · Empfindliche Lymphknoten · Magen-Darm-Krämpfe · Schlafstörungen, sowohl Schlaflosigkeit wie auch gesteigertes Schlafbedürfnis · Neuropsychiatrische Beschwerden: Lichtscheu, Gesichtsfeldausfall, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, Depressionen, Verwirrtheitszustände etc. Die 7 entscheidenden Therapie-Schritte:
In der erfolgreichen Behandlung des CMS ist gerade das Abklären dieser Funktionsstörungen ein entscheidender Schritt um einen individuellen Therapieansatz zu entwickeln. Dabei werden die gestörten Grundfunktionen durch parallele Behandlungsschritte verbessert. Die Behandlung gliedert sich dabei in folgende Phasen:
Phase 1: Stabilisieren des Patienten In diesem Step werden die großen "Sorgenkinder" des Patienten behandelt, Scherzen und Schlafstörungen therapiert. Dabei kann der Einsatz von Schlaf-oder Schmerzmitteln oder die Gabe eines Antidepressivums sinnvoll sein. Viele CMS Patienten kommen über diese Phase nie hinaus. Allerdings sollte diese Phase nur eine Übergangsphase sein. Sobald die versteckten Grundprobleme erkannt und behandelt werden sind diese symptomatischen Therapien in der Regel nicht mehr notwendig.
Phase 2: Verbesserung der mitochondrialen Funktion Die Mitochondrien sind die Energiekraftwerke jeder Zelle und sind für alle Stoffwechselprozesse von entscheidender Bedeutung. Diese Funktion ist häufig beeinträchtigt, so dass die Zellen ihren Energiebedarf nicht ausreichend decken können. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Hormonelle Störungen, Umweltgifte, chronische Infekte etc. Diese mitochondriale Dysfunktion erklärt möglicherweise viele der typischen Beschwerden bei CMS und Burnout-Syndrom. Das Behandlungsziel ist die Elimination der belastenden Faktoren. Dabei kann der Einsatz von speziellen Vitaminen u.a. Nährstoffen erforderlich sein, um dem Organismus die Rückkehr zu normaler Zellfunktion zu ermöglichen.
Phase 3: Unverträgliche Nahrungsmittel eliminieren Nahrungsmittel-Allergien sind häufig für CMS verantwortlich oder führen zu einer Verschlimmerung der Symptomatik. Dabei spielen entzündliche Stoffwechseprodukte, die durch die immunologischen Reaktionen vermehrt produziert werden, eine Schlüsselrolle. Das Weglassen als unverträglich vermuteter Lebensmittel kann eine Therapieoption sein, um eine Linderung der Beschwerden im Einzelfall zu erreichen. Die Durchführung eines Bluttestes unter nachfolgender ärztlicher Analyse und Therapie kann sich zur Behandlung bestimmter Allergieformen als sinnvolle Maßnahme herausstellen.
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